Das Drama der multi-talentierten Menschen

 

Das Drama der multi-talentierten Menschen

Posted by Siegbert Engel in Kreativität 05 Jul 2009

Als Kind wollte ich Arzt werden, oder besser noch: Lehrer. Ich habe mich dann später  für den Weg in die Kunst entschieden, bin Dozent geworden, habe mich im Gesundheitsbereich beruflich über viele Jahre umgetan und verdiene mein täglich Brot heute mit Grafik & Design.

Wie oft habe ich auf meinem Lebensweg den Satz zu hören bekommen: “Entscheide dich doch endlich mal für eine Sache! So kann das ja nichts werden!” Aber was soll werden? Welche Absicht verfolge ich damit, in meinem Leben so viele Dinge anzugehen und sie bis auf den Grund auszuloten? Muss man sich für eine “Sache” im Leben entscheiden? Aus heutiger Sicht kann ich das definitiv verneinen. Im Gegenteil: Hätte ich nicht all die Wege beschritten, die mein Leben mir offenbart hat – um wie viele Erfahrungen und Begegnungen wäre ich ärmer. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Unzufriedenheit vieler Menschen daher rührt, dass sie ihre Talente nicht leben durften oder leben konnten.

Sinn und Zweck meiner Existenz kann es doch nur sein, mich auf die beste mögliche Weise zu entfalten und meine Persönlichkeit zu entwickeln. Fragen Sie sich einmal, was Sie als Kind werden wollten! Ich habe viele Menschen getroffen, die als Kind zwischen 5 und 8 Jahren ziemlich genau wussten, wie ihr Leben später einmal aussehen könnte. Leben Sie Ihre Talente? Falls nicht, was hält Sie davon ab?

Lesen Sie hier einen interessanten, wenngleich nicht sehr tiefgreifenden, Artikel zu diesem Thema.

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  • Petra 26. Juli 2015 at 17:24 /

    Lieber Siegbert,

    ein absolut wahrer Beitrag. In einem Menschen schlummern viele Talente und die Welt und das Leben bieten uns soviele interessante Dinge.
    Ich habe vor kurzem damit begonnen etwas ganz grundlegendes in meinem Leben zu verändern. Ich bin auf der Suche.
    Auf der Suche nach Sinn und auf der Suche nach “meinem”Weg. Stück für Stück werde ich mir meine Wünsche und Träume und Vorstellungen versuchen zu erfüllen. Der z.Zt. häufig überall zu lesende Satz: “Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum” hat trotz seines inflationären Einsatzes soviel Wahrheit in sich. Ich beobachte die Menschen um mich herum und stelle fest, dass kaum jemand seinen Traum lebt. Ich möchte nicht eines Tages aufwachen und feststellen, daß es dafür dann eventuell zu spät ist.
    Ich versuche meiner Tochter immer zu vermitteln, dass sie die Dinge tun soll, die sie liebt. Und das ist ja nichts anderes, als das Leben von Talenten.
    Es gibt im Leben so viele Dinge, die uns daran hindern. Es ist wichtig, das zu erkennen. Es können die Lebensumstände sein oder Menschen, die uns lange begleitet haben aber sich anders entwickeln, als wir selber es tun. Diese Menschen können uns dann in unserer eigenen Entwicklung behindern. Es ist manchmal nicht ganz einfach aber man muss versuchen, sich davon frei zu machen, um seiner eigenen Entwicklung nicht im Wege zu stehen.
    Ganz liebe Grüsse!
    Petra

  • Siegbert Engel 26. Juli 2015 at 20:25 /

    Liebe Petra,

    vielen Dank für deinen sehr persönlichen und konstruktiven Beitrag zu meinem kleinen Artikel. Was du sagst, ist so richtig: Kinder können nur zu selbstständigen, freien und glücklichen Menschen heranwachsen, wenn sie in der Gewissheit aufwachsen, dass sie geliebt werden, dass man ihnen zutraut, was sie tun (möchten) – und wenn man sie gehen lassen kann. Das ist wohl die schwierigste Übung…

    Und ja, manchmal ist es wichtig, sich von den Menschen zu trennen die einen ein Stück des Weges begleitet haben, damit es für einen selber weiter geht. Auch das ist Teil der Übung.

    Herzliche Grüße,
    Siegbert

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