Gefühle im Gleichgewicht

 

Gefühle im Gleichgewicht

Posted by Siegbert Engel in Kommunikation, Kreativität 11 Dez 2009

Was wir im großen Maßstab in der Natur beobachten können, gilt auch im kleinen Maßstab, also auf der Ebene der eigenen Existenz. Unser Geschlecht, unsere Befindlichkeit, das Zusammenspiel unserer Organe – in allem finden sich stets beide Anteile, Yin und Yang, in unterschiedlicher Gewichtung. Ist etwas im Überfluss vorhanden oder gibt es einen Mangel, so ist das Gleichgewicht gestört und umgekehrt.

Diese sensible Balance finden wir auch auf emotionaler Ebene. Unsere Emotionen beeinflussen unser gesamtes Befinden, körperlich, geistig, seelisch. Diese Erkenntnis und die Konsequenzen die daraus erwachsen ist so alt wie die chinesische Medizin.

Sind die Emotionen exzessiv, schädigen sie den Organismus:
• Übermäßige Freude verlangsamt den Qifluss und schadet dem Herzen.
• Übermäßige Wut lässt den Qifluss nach oben steigen und schadet der Leber.
• Übermäßige Traurigkeit verbraucht das Qi und schadet der Lunge.
• Übermäßige Sorgen blockieren und ballen das Qi und schaden Magen und Milz.
• Übermäßige Angst treibt das Qi nach unten und schadet den Nieren.

Alle Emotionen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Keine Emotion ist besser oder schlechter, gut oder böse. Dass Wut beispielsweise negativ sanktioniert wird, ist ein typisches Phänomen unserer moralisierenden Denkweise. Wie schädlich sich unterdrückte Wut auswirken kann, ist in der Psychotherapie und in der ganzheitlichen Medizin schon lange kein Geheimnis mehr.

Versuchen Sie einmal im Laufe eines Tages Ihre Gefühle (immer eins) in eindeutigen Worten zu beschreiben. Sprechen Sie diese Worte aus, wenn es die Situation zulässt oder schreiben Sie auf, was Sie fühlen und wie sich dieses Gefühl ausdrückt.

Achten Sie stets darauf, Ihren Gefühlen in einem der Situation angemessenen Rahmen klar Ausdruck zu verleihen. Je natürlicher und freier Sie mit Ihren Gefühlen umgehen, diese zulassen und akzeptieren, desto eher sind Sie in der Lage ihr kreatives und konstruktives Potenzial zu erkennen und für sich zu nutzen. Je deutlicher Sie Ihre Gefühle anderen mitteilen können, desto offener werden Ihre Mitmenschen auf Sie reagieren.

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  • Sabine Feickert 11. Dezember 2009 at 15:50 /

    Ja, unterdrückte Wut kann sich ganz fatal auswirken. So wie jedes andere unterdrückte Gefühl.
    Die Idee einen Tag lang die Gefühle aufzuschreiben finde ich interessant, das werde ich mal ausprobieren. Es ist sicher hilfreich, um sich der Gefühle noch bewusster zu werden.

    Viele Grüße,
    Sabine

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