Autogenes Training (AT)

 

Weniger die körperliche Fitness als vielmehr den 
mentalen Ausgleich und die Autosuggestion hatte
 der Nervenarzt Johannes Heinrich Schultz im
 Sinn, als er in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts das Autogene Training entwickelte.

Er machte sich dabei eine Erkenntnis der Hypno
setherapie zunutze, die bereits im 18. Jahrhundert
 entwickelt worden war und mit der Schultz
 beruflich stark verbunden war: Man hatte festgestellt, dass Menschen einen Zustand tiefster 
Entspannung und auch Änderungen der körperlichen Befindlichkeit alleine durch die Vorstel
lungskraft hervorrufen können. Suggestionen
 waren und sind aber nur dann erfolgreich, wenn
 der Patient sie annehmen kann. Schultz legte
 einige Formeln fest, die bei mehrfacher Wiederholung durch den Übenden ein Körpergefühl
 auslösen sollen, das als angenehm empfunden
wird und mit einer tiefen Entspannung einher
geht. Die Formel „Mein rechter Arm ist schwer“ beispielsweise führt bei mehrfacher Wiederholung zur subjektiven Wahrnehmung von Schwere
 im besagten Körperteil.

In der Unterstufe Iernt
 man u. a. durch die Wahrnehmung von Schwere 
und Wärme die Muskulatur zu entspannen, in
 der Mittelstufe helfen weitere Formeln Einfluss
auf das vegetative Nervensystern zu nehmen; sie steuern Atmung. Herzschlag und andere Organ
funktionen. Die Oberstufe hat eine größere therapeutische Ausrichtung und beschäftigt sich
mehr mit der positiven Beeinflussung psychischer
 Faktoren. Autogenes Training wird vor allem 
im Stressmanagement und in der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen eingesetzt.